Mai 10, 2010
Letzte Woche schienen bei Real Madrid noch zwei Punkte unumstößlich: Guti geht. Nach Dubai. Der Vertrag soll schon in trockenen Tüchern gewesen sein – nun scheint aber zumindest der Abschied nach Dubai ins Wanken geraten zu sein, nachdem zumindest der Abgang des legendären Real Madrid-Urgesteins unvermeidbar zu sein scheint.
Es ist eine Geschichte, die kaum jemand versteht: Guti verkörpert quasi Real Madrid. Eingetreten im zarten Alter von sieben Jahren und dort aufgewachsen, hat er alle Jugendmannschaften der Königlichen durchlaufen und sich schon früh für die erste Mannschaft qualifiziert, ist er heute praktisch nicht mehr aus dem Kader von Real Madrid wegzudenken – 26 Jahre Zugehörigkeit zu ein und demselben Verein sind im Zeitalter nahezu jährlicher Transfers ein absoluter Ausnahmefall. Doch nun, im Alter von 33 Jahren, will Guti offenbar nochmal andere Luft schnuppern, um sich anschließend in den Ruhestand zu begeben.
Zunächst sollte es Dubai sein: 5 Millionen Euro Jahresgehalt sollen ihm in den Emiraten geboten worden sein – der Ruf des Geldes, der selbst sportlich fest mit den Arabischen Emiraten verknüpft ist, schien überzeugend. Nun aber tauscht Galatasaray Istanbul auf: der Trainer Frank Rijkaard, früher beim FC Barcelona als Trainer tätig, will Guti offenbar um jeden Preis an den Bosporus holen. Angeblich sollen Guti ein fester Platz in der Stamm-Mannschaft zugesichert worden sein, den er in Madrid seit 15 Jahren vergeblich erhofft, sowie ein Jahresgehalt von 4 Millionen Euro.
Der Afrikanische Fußball-Verband CAF ließ durch das internationale Sportgericht CAS bekanntgeben, dass die drakonische Strafe gegen die Fußball-Nationalmannschaft von Togo, die eine Sperre für zwei Kontinental-Meisterschaften vorsah, aufgehoben werden solle. Die Strafe wurde wegen “Einmischung der Politik” verhängt, als im Januar kurz vor dem Afrika-Cup 2010 ein Terror-Anschlag auf den Mannschaftsbus des Togoer Nationalteams verübt wurde. Drei Mitglieder der Delegation aus Togo wurden bei dem Überfall der FLEC-Rebellen getötet, in Konsequenz zog sich Togo zunächst unter den Eindrücken der Geschehnisse aus dem Fußball-Cup zurück, ließ sich aber die Option offen, zu einem späteren zeitpunkt erneut anzutreten.
Als es soweit war, unterband der Präsident von Togo die erneute Teilnahme – die Quittung des CAF: eine Sperre für gleich zwei Titelkämpfe. In Folge der Ereignisse trat unter anderem Nationalspieler Emmanuel Adebayor aus der Nationalmannschaft aus und konzentrierte sich nur noch auf seine Karriere bei Manchester City – Adebayor war zum Zeitpunkt des Überfalls im Bus und blieb durch Glück unbeschadet.
Unter anderem FIFA-Präsident Joseph Blatter ist es zu verdanken, dass CAF-Präsident Issa Hayatou am 15. Mai beim Exekutiv-Komitee des Kontinentalverbandes den Antrag zur Aufhebung der Strafe einreichen möchte. Er erklärte: “Ich bin sehr erfreut, dass wir eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung gefunden haben.”
Die Essenz des heutigen Tages aus den italienischen Nachrichten: sowohl der AC Mailand muss ohne seinen Favoriten Van Basten auskommen, wie auch Juventus Turin keine Chancen mehr hat, Rafael Benitez in sein Lager zu holen. Sowohl für Juventus Turin als auch für den AC Mailand verläuft der heutige Tag so eher erfolglos: heute Nachmittag teilte ein italienisches Magazin mit, dass es Informationen zu der angestrebten Übernahme von FC Liverpool-Coach Rafael Benitez erhalten habe. Am Nachmittag sollte zwischen dem Turiner Management und Benitez eine Telefonkonferenz stattfinden – wenige Zeit später folgte die ernüchternde Meldung: nach allem Hin und Her der vergangenen Wochen und immer wieder neuen Anläufen von Juventus Turin, Rafael Benitez nach Turin zu holen und damit die Glücklosigkeit in der aktuellen Saison zu beenden, wurde heute offiziell, dass die Verhandlungen endgültig abgebrochen wurden. Zuzuschreiben soll dies vor allem Benitez’ Gefolgschaft sein, die den Deal blockiert hat und ihn in Liverpool halten will.
Doch auch für den AC Mailand verlief der Tag nicht so wie erhofft: am Morgen teilte der Wunsch-Trainerkandidat Marco Van Basten dem Verein ab – gesundheitliche Probleme erlauben ihm derzeit nicht, den Posten als neuer Coach bei den Lombarden zu besetzen. Van Basten hatte bereits 1995 seine Karriere als aktiver Spieler an den Nagel gehängt, weil er mit anhaltenden Problemen an den Knien und an den Knöcheln zu kämpfen hatte und leidet derzeit wieder unter Schwierigkeiten mit dem Knöchel. Silvio Berlucsconis zweiter Favorit soll demnach nun Co-Trainer Mauro Tassotti sein.
Mai 7, 2010
Der Kampf um den bosnischen Stürmerstar Edin Dzeko geht weiter – und es ist anzunehmen, dass die Summen immer höher werden: Medienberichten zufolge sollen sich Vertreter von Real Madrid in der vergangenen Woche mit den Beratern des derzeit beim VfL Wolfsburg verpflichteten Stürmers getroffen haben. Im Zusammenhang mit dem 24jährigen werden große Vereine genannt: als potentielle Interessenten haben sich bisher der AC Mailand, Real Madrid, der FC Chelesea und Manchester United herauskristallisiert. Auch ein Interesse des FC Bayern München wird, obwohl Louis Van Gaal dies ausdrücklich dementiert hat, noch immer hinter vorgehaltender Hand gemunkelt. Und zumindest im Münchener Raum wird bisweilen berichtet, dass Personen aus Edin Dzekos nächstem Umfeld von einem gesteigerten Interesse des Bosniers an eben diesem Verein zeugen.
Eins ist sicher: Edin Dzeko hat klargemacht, dass er den VfL Wolfsburg verlassen will. Angesichts der Tabellenplatzierung der Wölfe dürfte das auch niemanden sonderlich verwundern: Dzeko kann eine brillante Torbilanz von unglaublichen 26 Toren und 10 Vorlagen während 45 Einsätzen in dieser Saison vorweisen – kein Wunder, dass er derzeit als einer der besten Stürmer Europas gehandelt wird. Sein künftiger Verein wird eben aufgrund dieser Tatsache tief in die Tasche greifen müssen, will er Dzeko in seinen Kader aufnehmen: VfL Wolfsburg-Manager Dieter Hoeneß macht klar, dass Dzeko die Mannschaft nicht unter 40 Millionen Euro Ablöse verlässt. Der AC Mailand dürfte hier passen müssen, doch Real Madrid, Manchester United und FC Chelsea können da leicht mitbieten. Der FC Bayern München auch…
Wie die beiden Vereine Sunderland AFC und der ägyptische Club ENPPI Cairo übereinstimmend bestätigen, sind sich die Verhandlungsparteien einig geworden: der 22jährige Äpygpter Ahmed Al Muhammadi tritt in der kommenden Saison seine weite Reise von Ägypten auf die Insel an und wird dort für den Sunderland AFC aus dem Rasen stehen. Die Ablöse für den 22jährigen wurde auf 2,5 Millionen Pfund, also rund 2,9 Millionen Euro beziffert. “A Sunderland representative will come to Egypt after the end of the English Premier League to wrap up the deal,” teilte der Direktor des ENPPI Cairo, Alla Abdul-Sadek gegenüber ägyptischen Medien mit.
Al Muhammadi, der in Ägypten durch seinen Einsatz in der Nationalmannschaft zu großer Popularität gelangte, trägt den Spitznamen “Beckham von Ägypten”. In der aktuellen Saison hat der Rechtsaußen 31 Spiele innerhalb der ägyptischen Liga gespielt und dabei nicht nur 10 Vorlagen gelegt, sondern auch selbst 5 Tore erzielt. Seine Stärke liegt in seiner großen Vielseitigkeit: neben seiner Stammposition als Rechtsaußen kann er auch im Mittelfeld und sogar im Angriff eingesetzt werden, was ihm das Interesse gleich mehrerer internationaler Vereine eingebracht hat. Der Sunderland AFC hatte sich bereits zum Jahresbeginn für Al Muhammadi interessiert, die Übernahme platzte aber, weil ENPPI Cairo die angebotene Ablöse ablehnte.
Mai 5, 2010
Angriff der Premier League: wie italienische Tageszeitungen berichten, haben es gleich zwei Vereine aus England auf den Juventus Turin-Kepper Gianluigi Buffon abgesehen. Erst vor zwei Tagen hatte der Torhüter selbst seine Wechselbereitschaft signalisiert, indem er mitteilte, er wünsche sich, dass er Juventus Turin verlassen könnte, ebenso, dass der Verein ihn ziehen lässt. Besonders bei den beiden britischen Vereinen, bei denen er schon seit längerem auf der Wunschliste stehen soll, hat er damit wohl erneut Hoffnungen geschürt. “Right now there is nothing, but anything can still happen. It’s not fair to say too much right now, but I have nothing to hide. If I had to leave, England could be my destination. Which shirt? I do not know, I have not had any contact with anyone. I have no preferences” teilte er weiter mit und sorgte damit natürlich für einige Spekulationen.
Obwohl vermutet wird, dass Buffon ManCity derzeit nicht für einen der europäischen Elite-Vereine hält, was sich aber insbesondere dann ändern könnte, wenn es Mancinis Team nochmal gelingen würde, die Tottenham Hotspurs von ihm Champions League-Platz zu verdrängen. Auch der FC Chelsea soll nach den italienischen Berichten gesteigertes Interesse an Buffon haben – eine Äußerung seitens Juventus Turin steht aber noch aus.
Top-Spieler David Silva von Valencia CF gab in einem Interview zu verstehen, dass er seinem Verein den Laufpass geben würde, wenn Sir Alex Ferguson ihm ein Angebot unterbreiten würde: “If it came calling, especially if it was a club like Manchester United , it would be very hard to resist”, war britischen Medien zu entnehmen. Der 24jährige Angreifer gehört zu den aussichtsreichsten Favoriten des Vereins und dürfte auch besonders während der Weltmeisterschaft eine zentrale Rolle in der spanischen Nationalmannschaft spielen. Valencia CF steckt in der Zwickmühle: zwar hatte der spanische Verein schon mehrfach Übernahmeversuche anderer Vereine abgeschmettert, auf der anderen Seite stehen allerdings finanzielle Engpässe, die einen Verkauf bei einem passenden Angebot wieder wahrscheinlicher wirken lassen.
Bei Manchester United hingegen dürfte Sir Alex Ferguson im Sommer nach einem Ersatz für Ryan Giggs im linken Flügel suchen, und da dürfte David Silva besonders gut in die Pläne am Old Trafford passen: David Silva hatte sich in der aktuellen Saison in Topform befunden. Insgesamt war der 24jährige 38-mal im Einsatz für Valencia und hat während seiner Einsätze auf dem Rasen neun Tore geschossen und insgesamt zehn Vorlagen geliefert, die im Netz landeten.
Auch Real Madrid soll längst ein Auge auf Silva geworfen haben: vor Kurzem war von einem Angebot in einer Höhe von 25 Millionen Euro die Rede.
Einige unangenehme Ereignisse überschatten derzeit den ohnehin nicht gerade als Gentlemens-Liga bekannten italienischen Fußball und geben ihm einen äußerst unsportlichen Anstrich: auf der einen Seite wäre da der vereitelte Mordanschlag auf den ungeliebten Spieler Mario Balotelli von Inter Mailand, dessen hitziges Gemüt ihm sowohl bei den Fans als auch beim Verein wenig Sympathien eingehandelt hat und auch Mourinho schon auf die Palme gebracht hat. Auf der anderen Seite wäre da der zweifelhafte Sieg eben seiner Mannschaft über Lazio Rom – und genau dieser Fall schlägt nun noch sehr viel weitere Wellen. Lazio Roms Präsident Claudio Lotito versuchte abzuwiegeln, und bemerkte zu spät, dass er die Gerüchteküche und die Mutmaßungen mit seinen Äußerungen erst recht zum Kochen bringen würde – und so geschah es auch.
Wörtlich teilte Lotito mit, der Vorwurf, Lazio habe vorsätzlich gegen Inter Mailand verloren, sei völlig absurd – um im nächsten Atemzug zu erklären, sowohl gegen Spieler als auch gegen ihn habe es im Vorfeld Morddrohungen gegeben für den Fall, dass Lazio Rom gegen Inter Mailand gewinnen würde. Er selbst habe einen Briefumschlag mit Pistolenkugeln erhalten, und die feiernden Fans, die mit Spruchbändern die Niederlage des Vereins feierten, weil sie zugleich die Führung Inter Mailands vor dem verhassten Stadtrivalen AS Rom sicherten, sollen sich einfach nur gefreut haben.
Auch die Politik hat sich inzwischen eingeschaltet: ein Sprecher von Silvio Berlusconis Partei hat von Funktionären und Spielern “überzeugende Erklärungen” für die Ereignisse gefordert. Die Briefumschläge weisen allerdings bereits darauf hin, wie man in Italien überzeugt…
Mai 4, 2010
Gleich mehrere italienische Zeitungen wissen heute verschiedene Transfer-Gerüchte um den AC Mailand zu berichten: ein Blatt berichtet, dass der FC Chelsea sich auf einen doppelten Coup vorbereitet. Demzufolge soll Carlo Ancelotti den Top-Stürmer Alexandro Pato ins Visier genommen haben und gewillt sein, dabei auch gleich noch Innenverteidiger Thiago Silva im Gepäck mitzunehmen. Pato spielt derzeit seine dritte Saison in San Siro, nachdem er mit 17 Jahren aus Brasilien transferiert wurde, und konnte auch in der aktuellen Saison mit brillanten Leistungen aufwarten: bei 28 Erscheinungen traf er 14-mal ins Tor, der 25jährige Brasilianer Thiago Silva stand ganze 37-mal auf dem Rasen. Beide zusammen, so die Medien, sollen für eine kombinierte Ablöse von satten 80 Millionen Euro zum FC Chelsea kommen, wenn Ancelottis Pläne zutreffen.
Auch der AC Mailand soll derzeit auf der Suche nach Nachwuchs sein: diesmal steht der argentinische Innenverteidiger Nicolas Otamedi hoch im Kurs. Der 22jährige, der aktuell beim argentinischen Velez Sarsfield BA unter Vertrag steht, soll den Rossoneri 12 Millionen Euro wert sein. Die stehen allerdings auch in Konkurrenz zu Bayern München und Real Madrid, die ebenfalls Interesse an dem argentinischen Nachwuchstalent signalisiert haben. Vermutungen zufolge wird das Rennen allerdings der Verein machen, der bereit ist, die von Velez Sarsfield BA anvisierten 20 Millionen zu bezahlen – Otamedi hat gute Chancen, während der Weltmeisterschaft als Verteidiger für die argentinische Nationalmannschaft eingesetzt zu werden.
Luca Toni steht vor einem handfesten Problem: nach dem derzeitigen Stand ist die Zeit für den 32jährigen gekommen, um sich mental auf den Abschied vom AS Roma vorzubereiten – aber genau damit mag er sich absolut nicht anfreunden. Toni ließ in italienischen Medien bereits verlauten, dass er auf keinen Fall zurück in die Mannschaft von Louis van Gaal möchte, von der aus er in der Winterpause an die Römer ausgeliehen worden war. Dabei lief es für den 32jährigen in Rom gar nicht mal so gut: er erzielte zwar in insgesamt 15 Spielen für den AS Rom 5 Tore und eine weitere Vorlage, musste sich aber dennoch öfter mit der Bank begnügen.
Beim FC Bayern München, der Toni in der Winterpause an Rom ausgeliehen hat, erwartet ihn allerdings nur Unheil: das Verhältnis zu Louis Van Gaal ist nachhaltig gestört und von diversen Meinungsverschiedenheiten überschattet, zudem blüht ihm dort ein Dauerplatz auf der Bank – neben Gomez, Klose, Müller, Olic, Robben und Ribery ist kaum noch Platz für einen weiteren aktiven Stürmer.
Nun stellt sich lediglich die Frage, ob der AS Rom in der Lage – und gewillt – ist, den Italiener für ein weiteres Jahr bei sich zu verpflichten – wenn das nicht der Fall ist, hat Toni wenig rosige Aussichten. Durch sein Alter ist eine Übernahme von einem anderen Verein unsicher, und so droht schlimmstenfalls ein Jahr auf der Bank bis zum Ruhestand.