Wer als Fußballprofi gegenüber Schiedsrichtern oder gegnerischen Spielern ausfallend wird, sieht im schlimmsten Fall die rote Karte und wird für ein paar Spiele gesperrt. So weit, so normal, das passiert im Profisport schon des Öfteren. Wer als Präsident eines Vereins einen Kollegen verunglimpft, kommt normalerweise ungeschoren davon. Es sei denn, dieser Präsident kann nicht an sich halten und wiederholt die bedenklichen Äußerungen nur lang genug. So geschehen in der ersten rumänischen Liga. Dort wird nun tatsächlich ein Präsident gesperrt, er muss sein Amt während des Ausschlusses ruhen lassen. Und zwar für ganze sechs Monate.
George Becali ist der Vorsitzende des Traditionsclubs Steaua Bukarest. Er war hin und wieder bereits durch verbale Ausfälle in die Schlagzeilen geraten. Doch als er jetzt sagte, der Geschäftsführer des Lokalrivalen Dinamo Bukarest, Florin Prunea, der früher auch Direktor der nationalen Fußballverbands (FRF) war, habe offen manipuliert, um seinem Verein Vorteile zu verschaffen, blieb das nicht ohne Folgen. Die rumänische Fußballliga (LPF) setzte daraufhin die Sperre Becalis durch, zudem muss er eine Geldstrafe von 36.000 Euro berappen. Becali hatte zudem gefordert, dass Prunea „eingesperrt werden“ müsse. Das wollte und konnte ihm die LPF nicht durchgehen lassen.
Becali ist ohnehin kein Kind von Traurigkeit. Der Unternehmer, der es zu einigem Reichtum gebracht hat und gleichzeitig auch Abgeordneter im Europäischen Parlament ist, wurde bereits zweimal gesperrt, weil er seine Zunge nicht im Zaum hatte. Zudem muss er sich derzeit zweier Gerichtsverfahren erwehren: eines läuft gegen ihn wegen Korruption im Fußball, das andere wegen Entführung. Drei Männer, die Becalis Auto gestohlen haben sollen, sind gekidnappt worden.