Mai 14, 2010
Nachdem Juventus Turin nun beim Nationalen Olympischen Komitee Italiens CONI die Aberkennung des Meistertitels 2006 von Inter Mailand gefordert hat, wurde nun auch FC Chelsea-Trainer Carlo Ancelotti als Zeuge zu dem unrühmlichen Skandal in der italienischen Seria A im Jahr 2006 vernommen. Dabei berichtete er auch über verdächtige Spiele während seiner Zeit als Trainer beim AC Mailand und Unregelmäßigkeiten in den Schiedsrichter-Entscheidungen während der Meisterschaften 1999/2000 und 2004/2005, wo er einen konkreten Manipulationsverdacht geäußert hat. Während der einstündigen Vernehmung beim ermittelnden Staatsanwalt teile er mit, das freundschaftliche Verhältnis zwischen dem damaligen Sportdirektor Luciano Moggi von Juventus Turin und dem Schiedsrichter Massimo de Santis sei ihm schon damals ein Dorn im Auge gewesen. “Ich weiß nicht, ob Moggi in der Lage war zu bestimmen, welcher Schiedsrichter die Juventus-Spiele pfeifen sollten. Ich weiß nur, dass er sehr gute Beziehung zu De Santis hatte”, teile Ancelotti mit.
Nach der Saison 2006 war Juventus Turin vom Italienischen Fußballbund FIGC nach Bekanntwerden der Unregelmäßigkeiten nicht nur der Meisterschaftstitel aberkannt worden, der Verein wurde auch mit einem empfindlichen Punkteabzug belegt und zum Abstieg in die zweite Liga Seria B verurteilt worden. Der Titel war daraufhin Inter Mailand zugesprochen worden – nun will Juventus Turin den Fall neu aufrollen, weil sich der Club zu hart bestraft fühlt, und klagt seinerseits auf Aberkennung des Titels von Inter Mailand: abgehörte Telefonate belegen, dass auch die Vereinsspitze von Inter Mailand enge Kontakte zu den Schiedsrichtern pflehten.
Nun ist es offiziell: Trainer Leonardo wird künftig nicht mehr als Trainer für den AC Mailand zur Verfügung stehen. Das teilte Leonardo heute in einer Pressekonferenz mit, die wegen des morgigen Spiels gegen Juventus Turin anberaumt wurde. Sicher: diese Nachricht wird niemand mehr überraschen, nachdem schon in den vergangenen Wochen mehrfach über Disharmonien zwischen Regierungschef und Club-Eigentümer Silvio Berlusconi und dem Trainer berichtet wurde. Berlusconi hatte sich darüber verärgert gezeigt, dass der AC Mailand nicht nur in der Champions League erfolglos blieb, sondern ausgerechnet der Lokal-Konkurrent Inter Mailand derzeit einen möglichen Triple-Sieg in Aussicht hat: die Meisterschaft in der Seria A ist für Inter Mailand auf Platz eins in greifbare Nähe gerückt, ganz im Gegensatz zum AC Mailand, der mit 12 Punkten Abstand auf dem dritten Platz der Tabelle steht und nicht einmal mehr Chancen auf den Titel des Vize-Meisters hat, für den der AS Rom mit zehn Punkten Abstand vor dem AC Miland ein heißer Favorit ist.
Hinzu kommt noch das Champions League-Finale, das ebenfalls Inter Mailand gegen den FC Bayern München austragen wird: Berlusconi forderte Konsequenzen, und so verkündete nun Trainer Leonardo, man habe sich einvernehmlich auf eine Beendigung der erst ein Jahr dauernden Zusammenarbeit geeinigt. Leonardo war zuvor 13 Jahre lang aktiver Spieler bei Milan gewesen und zuletzt im Management tätig, seine weitere Zukunft ist bislang nicht bekannt. An seine Stelle soll Gerüchten zufolge der ehemalige Milan-Spieler Filippo Gallo treten – aber Details sind bisher nicht bekannt.
Mai 11, 2010
Der brasilianische Stürmer Alexandre Pato war in den vergangenen Wochen mehrfach trotz vielfacher Dementi mit dem FC Chelsea in Verbindung gebracht worden – zuletzt hatten italienische Blätter behauptet, von einem eingefädelten Deal zwischen Carlo Ancelotti und der Vereinsspitze vom AC Mailand zu wissen, in dem es um einen Doppel-Transfer gehen würde: Alexandre Pato sollte zusammen mit Innenverteidiger Thiago Silva zum FC Chelsea wechseln und dafür eine kombinierte Ablöse in Höhe von 80 Millionen Euro in die Kassen des AC Mailand spülen. Bereits zuvor hatte allerdings AC Mailand-Direktor Ariedo Braido versucht, sämtliche weiteren Gerüchte zu unterbinden – wie man sah, ohne allzu durchschlagenden Erfolg. Braido baute sich bereits Ende des letzten Monats vor der Presse auf und teilte mit, dass Pato beim AC Mailand zufrieden sei und von keiner Seite ein Interesse bestehe, dass Pato den Verein verlässt.
Zuvor hatten die spekulationsfreudigen italienischen Zeitungen berichtet, dass der FC Chelsea ein Angebot über 45 Millionen Euro für den brasilianischen Star des AC Mailand vorbereitet, Vereins-Vize soll hingegen 50 Millionen Euro gefordert haben. Nun hatte sich der 20jährige selbst an die italienischen Medien gewandt und teilte gegenüber der Corriere dello Sport mit, dass er bei dem Verein bleiben wolle und jedes Spiel mit dem AC Mailand gewinnen – er wisse aber auch, dass diese Entscheidung als Rossoneri nicht allein bei ihm läge. Befragt zu seinem Verhältnis zu Carlo Ancelotti, teilte er mit: “Er half mir, in Italien zu wachsen, aber ich bin bis 2014 beim AC Mailand unter Vertrag und freue mich, beim AC Mailand bleiben zu dürfen”.
Nachdem Jerome Boateng beim Hamburger SV versucht hat, zu retten, was zu retten ist, zieht es den 21jährigen nun offenbar ins Ausland: mehrere ausländische Vereine haben Boateng ins Auge gefasst, der 2007 von Hertha BSC in die Hansemetropole gewechselt war und dort beeindruckende Leistungen gezeigt hatte. Bereits vor einigen Wochen wurde Jerome Boateng mit Manchester City in Verbindung gebracht, nun scheint sich ein Vertragsabschluss anzubahnen – neben vielen anderen Vereinen hatte Manchester City ein Wettbieten gestartet, das in einer Ablösesumme von 12,5 Millionen Euro seinen bisherigen Höhepunkt gefunden hat. Boateng gehörte zwar zur Stamm-Mannschaft des Hamburger SV, doch die Erfolglosigkeit in dieser Saison, die in einer 1:5-Niederlage gegen die TSG Hoffenheim und der anschließenden Entlassung von Trainer Bruno Labbadia gipfelte, konnte wohl kaum zur Motivation des jungen Ausnahmetalents beitragen.
Jerome Boateng hat zwar noch zwei Jahre Zeit, sich zu entscheiden, da sein Vertrag mit dem HSV noch bis zur Saison 2011/12 läuft, aber aus nachvollziehbaren Gründen scheint es den jungen Abwehrspieler zu einem chancenreicheren Verein zu ziehen. Nachdem der Hamburger SV durch das Unentschieden am letzten Spieltag gegen Werder Bremen auch den Einzug in die Europa League verpatzte, ist es nicht abwegig, dass Boateng sich einen Verein sucht, der sich für den internationalen Wettbewerb qualifiziert hat. Robert Mancini scheint jedenfalls großes Interesse an einer Verpflichtung zu hegen, und die Verhandlungen sollen unmittelbar vor dem Abschluss stehen.
Bereits die Botschaft über Gutis Abschied von den Königlichen sorgte für Aufregung in der Fußball-Welt, war doch Guti bei Real Madrid aufgewachsen – nun will er sich offenbar vor dem Ruhestand noch einmal andernorts ausleben. Zunächst war die Rede von Dubai, nun soll Galatasaray Istanbul in der Gunst von Guti gestiegen sein. Mitten in die Diskussionen darum platzt eine weitere Meldung über den möglichen Abgang des zweiten Real Madrid-Urgesteins: Raúl, seit 1996 bei Real Madrid unter Vertrag und als einer der wenigen sogar so hoch in der Gunst des Vorstands gestiegen, dass ihm ein lebenslanger Vertrag angeboten wurde, soll sich ebenfalls mit einem Tapetenwechsel tragen. Von ihm Nahestehenden wird berichtet, dass er schon seit geraumer Zeit mit der Premier League liebäugelt, und so soll es nun offenbar auch kommen.
Tottenham Hotspur soll großes Interesse an der 32jährigen Stürmerlegende signalisiert haben, berichten spanische Medien – und bei den Viertplatzierten der Premier League hätte Raúl immerhin vor seinem Abschied in den Ruhestand noch einmal deutlich verbesserte Chancen, sich sportlich zu betätigen. Ob er dafür auch bereit wäre, sein derzeitiges Gehalt von 5,5 Millionen Euro pro Jahr herunterzuschrauben, wurde noch nicht bekannt: diese Summe könnten die Spurs vermutlich nicht aufbringen. Unbekannt ist auch, ob Real Madrid für den noch bis 2011 vertraglich gebundenen Stürmer eine finanzierbare Ablöse festlegen wird.
Für ein kleines Ego ist José Mourinho sicher nicht bekannt – der Exzentriker liebt das Rampenlicht und scheut sich nicht vor öffentlichen Auftritten, seien sie noch so umstritten. Nun berichten aber englische Medien von extrem selbstbewussten Forderungen, die der Inter Mailand-Erfolscoach angeblich an Real Madrid gestellt haben soll, falls ein Transfer nach Spanien gelingen soll. Dass er für Inter Mailand ein Wackelkandidat ist, ist nicht gänzlich unbekannt: erst vor Kurzem hatte er, zu seinen Zukunftsplänen befragt, Unsicherheit geschaffen – auf die Frage, ob er in Mailand bleiben würde, antwortete er “Das kann man im Fußball nie wissen”. Eine Zusage an Inter Mailand, die ihn gerne bei sich behalten würde, sieht also anders aus.
Britische Medien berichten nun von vier Forderungen, die Mourinho an die Königlichen gestellt haben soll. Das Paket umfasst totale Kontrolle bei Neuverpflichtungen, einen Vertrag mit Carlos Tevez, der derzeit bei Manchester City spielt sowie mit Maicon, den Mourinho von Inter Mailand mitbringen will, sowie die direkte Verständigung mit Präsident Florentino Peréz, anstatt wie die bisherigen Trainer den Weg über Geschäftsführer Jorge Valdano und den Sportdirektor zu gehen.
Insgesamt klingen die Forderungen durchaus nach Mourinhos großem Ego – ob sie allerdings so in Erfüllung gehen werden, daran scheiden sich die Geister, denn Mourinho wäre der erste Trainer, der es schafft, die Geschäftsführung für den Kontakt nach oben zu umgehen.
Mai 10, 2010
Letzte Woche schienen bei Real Madrid noch zwei Punkte unumstößlich: Guti geht. Nach Dubai. Der Vertrag soll schon in trockenen Tüchern gewesen sein – nun scheint aber zumindest der Abschied nach Dubai ins Wanken geraten zu sein, nachdem zumindest der Abgang des legendären Real Madrid-Urgesteins unvermeidbar zu sein scheint.
Es ist eine Geschichte, die kaum jemand versteht: Guti verkörpert quasi Real Madrid. Eingetreten im zarten Alter von sieben Jahren und dort aufgewachsen, hat er alle Jugendmannschaften der Königlichen durchlaufen und sich schon früh für die erste Mannschaft qualifiziert, ist er heute praktisch nicht mehr aus dem Kader von Real Madrid wegzudenken – 26 Jahre Zugehörigkeit zu ein und demselben Verein sind im Zeitalter nahezu jährlicher Transfers ein absoluter Ausnahmefall. Doch nun, im Alter von 33 Jahren, will Guti offenbar nochmal andere Luft schnuppern, um sich anschließend in den Ruhestand zu begeben.
Zunächst sollte es Dubai sein: 5 Millionen Euro Jahresgehalt sollen ihm in den Emiraten geboten worden sein – der Ruf des Geldes, der selbst sportlich fest mit den Arabischen Emiraten verknüpft ist, schien überzeugend. Nun aber tauscht Galatasaray Istanbul auf: der Trainer Frank Rijkaard, früher beim FC Barcelona als Trainer tätig, will Guti offenbar um jeden Preis an den Bosporus holen. Angeblich sollen Guti ein fester Platz in der Stamm-Mannschaft zugesichert worden sein, den er in Madrid seit 15 Jahren vergeblich erhofft, sowie ein Jahresgehalt von 4 Millionen Euro.
Der Afrikanische Fußball-Verband CAF ließ durch das internationale Sportgericht CAS bekanntgeben, dass die drakonische Strafe gegen die Fußball-Nationalmannschaft von Togo, die eine Sperre für zwei Kontinental-Meisterschaften vorsah, aufgehoben werden solle. Die Strafe wurde wegen “Einmischung der Politik” verhängt, als im Januar kurz vor dem Afrika-Cup 2010 ein Terror-Anschlag auf den Mannschaftsbus des Togoer Nationalteams verübt wurde. Drei Mitglieder der Delegation aus Togo wurden bei dem Überfall der FLEC-Rebellen getötet, in Konsequenz zog sich Togo zunächst unter den Eindrücken der Geschehnisse aus dem Fußball-Cup zurück, ließ sich aber die Option offen, zu einem späteren zeitpunkt erneut anzutreten.
Als es soweit war, unterband der Präsident von Togo die erneute Teilnahme – die Quittung des CAF: eine Sperre für gleich zwei Titelkämpfe. In Folge der Ereignisse trat unter anderem Nationalspieler Emmanuel Adebayor aus der Nationalmannschaft aus und konzentrierte sich nur noch auf seine Karriere bei Manchester City – Adebayor war zum Zeitpunkt des Überfalls im Bus und blieb durch Glück unbeschadet.
Unter anderem FIFA-Präsident Joseph Blatter ist es zu verdanken, dass CAF-Präsident Issa Hayatou am 15. Mai beim Exekutiv-Komitee des Kontinentalverbandes den Antrag zur Aufhebung der Strafe einreichen möchte. Er erklärte: “Ich bin sehr erfreut, dass wir eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung gefunden haben.”
Die Essenz des heutigen Tages aus den italienischen Nachrichten: sowohl der AC Mailand muss ohne seinen Favoriten Van Basten auskommen, wie auch Juventus Turin keine Chancen mehr hat, Rafael Benitez in sein Lager zu holen. Sowohl für Juventus Turin als auch für den AC Mailand verläuft der heutige Tag so eher erfolglos: heute Nachmittag teilte ein italienisches Magazin mit, dass es Informationen zu der angestrebten Übernahme von FC Liverpool-Coach Rafael Benitez erhalten habe. Am Nachmittag sollte zwischen dem Turiner Management und Benitez eine Telefonkonferenz stattfinden – wenige Zeit später folgte die ernüchternde Meldung: nach allem Hin und Her der vergangenen Wochen und immer wieder neuen Anläufen von Juventus Turin, Rafael Benitez nach Turin zu holen und damit die Glücklosigkeit in der aktuellen Saison zu beenden, wurde heute offiziell, dass die Verhandlungen endgültig abgebrochen wurden. Zuzuschreiben soll dies vor allem Benitez’ Gefolgschaft sein, die den Deal blockiert hat und ihn in Liverpool halten will.
Doch auch für den AC Mailand verlief der Tag nicht so wie erhofft: am Morgen teilte der Wunsch-Trainerkandidat Marco Van Basten dem Verein ab – gesundheitliche Probleme erlauben ihm derzeit nicht, den Posten als neuer Coach bei den Lombarden zu besetzen. Van Basten hatte bereits 1995 seine Karriere als aktiver Spieler an den Nagel gehängt, weil er mit anhaltenden Problemen an den Knien und an den Knöcheln zu kämpfen hatte und leidet derzeit wieder unter Schwierigkeiten mit dem Knöchel. Silvio Berlucsconis zweiter Favorit soll demnach nun Co-Trainer Mauro Tassotti sein.
Mai 7, 2010
Der Kampf um den bosnischen Stürmerstar Edin Dzeko geht weiter – und es ist anzunehmen, dass die Summen immer höher werden: Medienberichten zufolge sollen sich Vertreter von Real Madrid in der vergangenen Woche mit den Beratern des derzeit beim VfL Wolfsburg verpflichteten Stürmers getroffen haben. Im Zusammenhang mit dem 24jährigen werden große Vereine genannt: als potentielle Interessenten haben sich bisher der AC Mailand, Real Madrid, der FC Chelesea und Manchester United herauskristallisiert. Auch ein Interesse des FC Bayern München wird, obwohl Louis Van Gaal dies ausdrücklich dementiert hat, noch immer hinter vorgehaltender Hand gemunkelt. Und zumindest im Münchener Raum wird bisweilen berichtet, dass Personen aus Edin Dzekos nächstem Umfeld von einem gesteigerten Interesse des Bosniers an eben diesem Verein zeugen.
Eins ist sicher: Edin Dzeko hat klargemacht, dass er den VfL Wolfsburg verlassen will. Angesichts der Tabellenplatzierung der Wölfe dürfte das auch niemanden sonderlich verwundern: Dzeko kann eine brillante Torbilanz von unglaublichen 26 Toren und 10 Vorlagen während 45 Einsätzen in dieser Saison vorweisen – kein Wunder, dass er derzeit als einer der besten Stürmer Europas gehandelt wird. Sein künftiger Verein wird eben aufgrund dieser Tatsache tief in die Tasche greifen müssen, will er Dzeko in seinen Kader aufnehmen: VfL Wolfsburg-Manager Dieter Hoeneß macht klar, dass Dzeko die Mannschaft nicht unter 40 Millionen Euro Ablöse verlässt. Der AC Mailand dürfte hier passen müssen, doch Real Madrid, Manchester United und FC Chelsea können da leicht mitbieten. Der FC Bayern München auch…