Einige unangenehme Ereignisse überschatten derzeit den ohnehin nicht gerade als Gentlemens-Liga bekannten italienischen Fußball und geben ihm einen äußerst unsportlichen Anstrich: auf der einen Seite wäre da der vereitelte Mordanschlag auf den ungeliebten Spieler Mario Balotelli von Inter Mailand, dessen hitziges Gemüt ihm sowohl bei den Fans als auch beim Verein wenig Sympathien eingehandelt hat und auch Mourinho schon auf die Palme gebracht hat. Auf der anderen Seite wäre da der zweifelhafte Sieg eben seiner Mannschaft über Lazio Rom – und genau dieser Fall schlägt nun noch sehr viel weitere Wellen. Lazio Roms Präsident Claudio Lotito versuchte abzuwiegeln, und bemerkte zu spät, dass er die Gerüchteküche und die Mutmaßungen mit seinen Äußerungen erst recht zum Kochen bringen würde – und so geschah es auch.
Wörtlich teilte Lotito mit, der Vorwurf, Lazio habe vorsätzlich gegen Inter Mailand verloren, sei völlig absurd – um im nächsten Atemzug zu erklären, sowohl gegen Spieler als auch gegen ihn habe es im Vorfeld Morddrohungen gegeben für den Fall, dass Lazio Rom gegen Inter Mailand gewinnen würde. Er selbst habe einen Briefumschlag mit Pistolenkugeln erhalten, und die feiernden Fans, die mit Spruchbändern die Niederlage des Vereins feierten, weil sie zugleich die Führung Inter Mailands vor dem verhassten Stadtrivalen AS Rom sicherten, sollen sich einfach nur gefreut haben.
Auch die Politik hat sich inzwischen eingeschaltet: ein Sprecher von Silvio Berlusconis Partei hat von Funktionären und Spielern “überzeugende Erklärungen” für die Ereignisse gefordert. Die Briefumschläge weisen allerdings bereits darauf hin, wie man in Italien überzeugt…