Es gibt kaum etwas Rufschädigenderes als öffentlich diskutierte Sex-Skandale – diese Erfahrung muss dieser Tage auch der beim FC Bayern München verpflichtete Franzose Franck Ribery machen. Zwar titeln noch immer einige Blätter, Riberys Ruf habe durch die am Wochenende entfachten öffentlichen Diskussionen um Riberys Beziehung zu einer minderjährigen Prostituierten keinen Schaden genommen, aber die Wirklichkeit sieht oftmals anders aus, als sie die Presse zeichnen möchte. Denn derzeit scheint es so, als hätte der Skandal nicht nur für Ribery, sondern auch für seinen Verein einen wesentlich erheblicheren Schaden, als er sich zunächst überhaupt ausmalen konnte: eine spanische Zeitung titelt “Das bringt das Fass für Reals Präsident Florentino Pérez zum Überlaufen. Erst spielt Benzema schlecht oder überhaupt nicht, und dann dieser Skandal.”
Denkbar ungünstig also der Verlauf für Ribery, der schon seit über einem Jahr als künftige Partie für Real Madrid galt – denn auf diese Art ist Madrid gleich doppelt von dem Skandal betroffen, in den mehrere französische Nationalspieler verwickelt sein sollen. Unter ihnen befindet sich nach den bisherigen Erkenntnissen der französischen Polizei auch der Spanier Karim Benzema. Die Spieler sollen sich Callgirls bestellt haben, die sich als Minderjährige herausgestellt haben – Ribery hatte nach seiner Vernehmung in den französischen Medien eingestanden, ebenfalls in Kontakt zu ihnen gestanden zu haben, teilte aber mit, er habe nichts von ihrem Alter gewusst. Welche weiteren Folgen die Affäre noch für die beteiligten Spieler haben wird, ist derzeit nicht abzusehen.