Das muss erst einmal einer nachmachen. Es ist ja schon ungewöhnlich genug, dass in einem Fußballspiel acht gelbe und vier rote Karten verteilt werden, so geschehen am vergangenen Freitag in Portugal beim Spiel des Tabellenzweiten Sparta Braga gegen den Fünften Guimaraes. Dass davon aber fünf gelbe und drei rote Karten in die Nachspielzeit fallen, spricht nicht eben für einen souveränen Schiedsrichter. Die Platzverweise gingen allesamt an die Gäste aus Guimaraes. Und weil dieser Schiedsrichter obendrein auch noch vier Elfmeter verhängte, davon drei für Braga, das mittels dieser Elfmeter 3:2 gewannen, verbietet es sich, unvoreingenommen von einem „Unparteiischen“ zu sprechen. Wahrscheinlich zumindest.
Für die Gäste geht es in der Liga immerhin noch um eine gute Platzierung am Ende der Saison, ein Platz in der Europa League winkt. Noch prestigeträchtiger liegt Sporting Braga im Rennen: Der Verein belegt aktuell Platz zwei und darf damit auf die Qualifikation zur Champions League hoffen. Die portugiesische Meisterschaft hingegen ist ein wenig aus den Augen verloren gegangen, nachdem das Team lange Zeit Tabellenerster war. Inzwischen liegt Braga sechs Punkte hinter Benfica Lissabon, dafür aber fünf Punkte vor dem FC Porto.
Von den vier verhängten Elfmetern sollen die meisten auch keinesfalls berechtigt gewesen sein. Offenbar war der Schiedsrichter aber so richtig in Laune: Schon beim Stand von 0:0 wollte er partout Strafstoß pfeifen, was ihm sein Schiedsrichterassistent wohl wieder ausreden konnte. Dafür schlug der Referee in der sechsten Minute der Nachspielzeit noch einmal zu und gab einen Elfmeter für Braga, der zum 3:2 führte. Es soll dem Pfiff eine Schwalbe vorausgegangen sein.